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Sonntag 05 Sep 2010
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Wie kann man Krebspatienten an Therapie-Entscheidungen beteiligen? PDF Drucken E-Mail

Die Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg bietet in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg seit diesem Jahr Schulungen zum Thema „Shared Decision Making“ (Partizipative Entscheidungsfindung) für onkologisch tätige Ärzte an. Das Kommunikationstraining vermittelt den Ärzten notwendige Kompetenzen, um Krebspatienten bei medizinischen Entscheidungen stärker beteiligen zu können. Denn gerade, wenn es um langandauernde und eingreifende Behandlungen geht, wollen Patienten mitentscheiden. Dazu müssen sie über medizinische Maßnahmen laiengerecht informiert werden und geeignete Entscheidungshilfen erhalten. Die Schulungen sind kostenlos, setzen aber die Teilnahme an der begleitenden Evaluationsstudie voraus. Teilnehmen können Ärzte, die Brust- oder Darmkrebspatienten behandeln. Das Projekt „Patient als Partner in der Onkologie“ wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Die aktuelle Studie unter der Leitung von Frau Dr. Christiane Bieber und Professor Dr. Wolfgang Eich untersucht Wirksamkeit und Nutzen des Kommunikationstrainings für die Arzt-Patienten-Beziehung und soll diejenigen Faktoren identifizieren, die für positive Effekte verantwortlich sind. Dazu werden 50 Onkologen und etwa 400 Patienten mit Brust- oder Darmkrebs einbezogen. Die eine Hälfte der Ärzte erhält die Schulung nach einem anfänglichen Konsultationsgespräch, die andere Hälfte erst nach Abschluss der Nachbefragung. Die Arzt-Patienten-Gespräche werden aufgezeichnet und evaluiert. Nach den Patientengesprächen und drei Monate nach der Audioaufzeichnung müssen Ärzte und Patienten einen Fragebogen ausfüllen, der den Einfluss des Trainings überprüft.

Das Training in „Shared Decision Making“ wurde bereits in zwei Vorläuferstudien entwickelt und evaluiert. Es erfolgt in kleinen Gruppen über 12 Stunden und ist auch vor Ort möglich. In Vorträgen, Rollenspielen und Videoanalysen erlernen die Teilnehmer eine patientenzentrierte Gesprächsführung und Kommunikationstechniken, die ihnen helfen, das Konzept der partizipativen Entscheidungsfindung anzuwenden. „Die Ärzte lernen und üben, wie man Patientenerwartungen und Behandlungsziele ermittelt, wie man über Vor- und Nachteile verschiedener Therapien informiert und welche Entscheidungshilfen man einsetzen kann, um eine gemeinsame Behandlungsentscheidung herbeizuführen“, erklärt Dr. Jennifer Nicolai vom Studienteam Darmkrebs in Heidelberg. „Das sind Gesprächskompetenzen, die nicht Bestandteil anderer Fort- oder Weiterbildungen sind.“

Behandlungserfolge sind besser und Patienten zufriedener, wenn Therapieentscheidungen gemeinschaftlich gefällt werden. Das konnte die Arbeitsgruppe von Professor Eich und Dr. Christiane Bieber bereits 2006 in ihrer Studie an Patienten mit der rheumatischen Erkrankung Fibromyalgie zeigen. Dabei nahmen Patienten, die zusätzliche Informationen erhielten und mit kommunikationsgeschulten Ärzten sprachen, aktiver an ihrer Behandlung teil und bewerteten die Zusammenarbeit mit dem Arzt positiver. Entscheidungskonflikte und Behandlungsstress traten seltener auf und die Patienten konnten besser mit ihren Schmerzen umgehen. Auch die Ärzte beschrieben das Verhältnis zum Patienten als unkomplizierter und kooperativer.

Weitere Informationen über das Projekt „Patient als Partner in der Onkologie“ im Internet:
www.pefmed.de

Am Kommunikationstraining interessierte Ärzte wenden sich bitte an:
Dr. phil. Jennifer Nicolai, Dipl.-Psych.
Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstr. 2
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 37410
Fax: 06221 / 56 84 50
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

 

 

 

 

 


Quelle: www.journalonko.de

 

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Bild: Kölsche Verzäll

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