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Sonntag 05 Sep 2010
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Senologie-Kongress 2010: Effektivität und Verträglichkeit in der adjuvanten endokrinen Therapie des postmenopausalen Mammakarzinoms PDF Drucken E-Mail

Standard in der adjuvanten endokrinen Therapie der postmenopausalen Patientin ist es, eine Behandlungssequenz mit einem Aromatasehemmer zu integrieren. Die Intergroup Exemestane Study-Group-Studie hat gezeigt, dass die Switch-Therapie das Gesamtüberleben im Vergleich zu einer alleinigen Tamoxifen-Gabe signifikant beeinflusst: Nach Therapieumstellung von Tamoxifen auf Exemestan zeigte sich eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens. Der positive Effekt bleibt über die Therapie hinaus bestehen und steigert sich im Laufe der Zeit sogar, so Prof. Peyman Hadji, Marburg.

Wirksam kann auch die effektivste Therapie allerdings nur sein, wenn die Compliance der Patientin gegeben ist. Bei Langzeittherapien fallen Nebenwirkungen, die die Therapietreue oftmals auf die Probe stellen, besonders ins Gewicht. Dazu gehören bei der endokrinen Therapie vor allem Arthralgien: In einer Fünf-Jahres-Analyse waren 45,5 Prozent der unverträglichkeitsbedingten Therapieabbrüche bei 600 postmenopausalen mit AH-behandelten Patientinnen auf Arthralgien zurückzuführen. Zu den wichtigsten Compliance-fördernden Maßnahmen gehören das aufklärende Gespräch mit der Patientin und eine erfolgreiche Behandlung der Nebenwirkungen. Das Arthralgie-Risiko lässt sich durch die Wahl des AH in zugelassener Indikation beeinflussen. So Hadji. Zwar gibt es keinen direkten Studienvergleich, die Angaben in den jeweiligen Fachinformationen weisen jedoch auf mögliche Unterschiede hin: Unter Exemestan liegt die Arthralgie-Rate bei 18 %; für Letrozol beträgt sie laut Fachinformation 28,5 %, für Anastrozol 35,6 %. Daher kann ein Wechsel von einem nichtsteroidalen AH auf den steroidalen Wirkstoff Exemestan bei Unverträglichkeiten eine sinnvolle Option sein.

Auch Knochenunverträglichkeiten gelten – aufgrund der therapiebedingten Suppression der Östrogenspiegel – innerhalb der adjuvanten endokrinen Behandlung als Compliance-gefährdend. Klinische Daten aus Substudien der TEAM (Tamoxifen Exemestane Adjuvant Multicenter)- und IES-Studien zeigen für Exemestan jedoch, dass sich der anfängliche Knochendichteverlust unter dem AH im Verlauf der Therapie deutlich verlangsamte. Die IES-Substudie zur Knochengesundheit zeigte zudem, dass zwei Jahre nach Behandlungsende kein relevanter Unterschied zwischen der Exemestan- und der Tamoxifen-Gruppe in der Frakturrate bestand.

Auf klinischer Ebene ermöglichen Daten der ersten TEAM-Auswertung den direkten Vergleich der Frakturraten unter Exemestan und Tamoxifen: Im 33-monatigen Vergleich ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Frakturrate. (1) Nichtsteroidale AH waren in vergleichbaren Zeiträumen in anderen randomisierten Studien mit einem direkten Tamoxifen-Vergleich signifikant häufiger mit Frakturen assoziiert.(2,3) Die Daten aus der TEAM-Fünf-Jahres-Analyse mit über 9.000 Patienten ergaben auch nach fünf Jahren noch niedrige Frakturraten, die unter der alleinigen Exemestan-Gabe zwar signifikant, aber im Verhältnis gegenüber der Switch-Gruppe nur leicht erhöht waren (5,1 % vs. 3,5 %, p < 0,001).(4)


Prof. Dr. med. Peyman Hadji

Leiter Klinische Gynäkologie
Klinik für Gynäkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Onkologie
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg

Referenzen:
1 Jones S et al. 31th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium, 2008, Oral Presentation December 11th and Abstract 15
2 The Breast International Group (BIG) 1-98 Collaborative Group N Engl J Med 2005; 353: 2747-2757
3 The ATAC Trialist´s Group Lancet 2002; 359: 2131-2139
4 Rea D et al. 32th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium, 2009, Oral Presentation December 10th and Abstract Nr. 11

Quelle: Meet the expert "Optimierung der Lebensqualität in der adjuvanten endokrinen Therapie - Fallbeispielse und Lösungen, 2.7.2010, Hamburg; Pfizer

 

 

 

 

 

 

 


Quelle: www.journalonko.de

 

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