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Sonntag 05 Feb 2012
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EHA 2010: Bendamustin etabliert sich als effektive und verträgliche Basissubstanz in der Hämatologie PDF Drucken E-Mail

Im klinischen Alltag der deutschen Hämatologen ist Bendamustin (Ribomustin®) bereits fest etabliert. Nun erfolgte im Juli auch die Zulassung von Bendamustin als Levact® in Europa. In einem Symposium anlässlich des Europäischen Hämatologenkongresses (EHA) wurde deutlich, dass die Substanz einen hohen Stellenwert beim indolenten Non-Hodgkin Lymphom (iNHL) und der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) besitzt. Weitere Studien bei hämatologischen Neoplasien festigen die Rolle von Bendamustin als Basissubstanz, die aufgrund der ausgezeichneten Effektivität bei gleichzeitig guter Verträglichkeit eine deutlich bessere Lebensqualität bietet.

Eine der aufsehenerregendsten Studien der letzten Zeit in der Hämatologie untersuchte die Kombination Bendamustin plus Rituximab (B-R) bei Patienten mit iNHL und Mantelzelllymphomen im Vergleich zum herkömmlichen CHOP-R Schema (1). „B-R hat das Potenzial, ein neuer Standard für diese Lymphom-Entitäten zu werden“, betonte Studienleiter Professor Dr. med. Mathias J. Rummel, Gießen, in Barcelona. Zu dieser Einschätzung kommt er aufgrund der wegweisenden Resultate der deutschen Studiengruppe indolente Lymphome (StiL). Die Patienten im B-R-Arm lebten median 20,1 Monate länger progressionsfrei als die Patienten, die CHOP-R erhalten hatten. Das mediane progressionsfreie Überleben im B-R-Arm betrug 54,9 Monate, dagegen nur 34,8 Monate im CHOP-R-Arm (p=0,00012). Zudem erwies sich die Rate an kompletten Remissionen (CR) unter B-R als signifikant höher (39,6% vs. 30,0%, p=0,0262). Auch konnte die Zeit bis zur nächsten Behandlung nach B-R deutlich verlängert werden.

Darüber hinaus zeigte sich B-R als wesentlich besser verträglich. So war die Rate an Alopezien, peripheren Neuropathien und Stomatitis durch B-R deutlich geringer. „Im klinischen Alltag wird jeder Patient bestätigen, welch ein Zugewinn an Lebensqualität der Erhalt der Haare ist“, kommentierte Rummel. Die gute Effektivität und Verträglichkeit hat für ihn eindeutige therapeutische Konsequenzen: „In unserer Studiengruppe setzen wir in den neuen Studien bereits B-R als Standard in der First-line ein“.

Ebenso überzeugt Bendamustin auch bei der CLL. „Insbesondere bei älteren, unfitten Patienten, die den Großteil der betroffenen CLL-Patienten darstellen, können wir mit einer Bendamustin-Monotherapie bessere Ergebnisse erzielen als mit Chlorambucil“, betonte Prof. Dr. med. Wolfgang Knauf, Frankfurt (2). Darüber hinaus hat die B-R-Kombination in der CLL2M-Studie vielversprechende Daten sowohl bei rezidivierten CLL-Patienten als auch in der Erstlinientherapie gezeigt (3,4). „Die gute Verträglichkeit des B-R-Schemas bei gleicher Effektivität wie andere Kombinationen ist in der alltäglichen Praxis ein wesentlicher Vorteil“, berichtete Prof. Dr. med. Clemens M. Wendtner, Köln. Inwieweit B-R eine Alternative zu FCR in der Primärtherapie der CLL ist, untersucht die internationale Phase-III-Studie der DCLLSG (CLL10 Studie).

In Deutschland und in der Schweiz ist Bendamustin unter dem Handelsnamen Ribomustin® erhältlich. Im übrigen Europa wird Bendamustin unter dem Warenzeichen Levact® eingesetzt. Die Zulassung erstreckt sich auf die Behandlung indolenter Lymphome, der CLL und des Multiplen Myeloms. Auch in den USA ist die Substanz seit 2008 als Treanda® verfügbar und etabliert sich immer mehr. „Nach den überzeugenden Daten der StiL-Studie freuen wir uns darauf, auch in den USA die Kombination B-R einzusetzen“, sagte Dr. med. Bruce Cheson, Washington D.C., USA, im Rahmen des Symposiums beim EHA.

Literatur:
(1) Rummel MJ et al. Blood 2009; 114(22): ASH Annual Meeting Abstract #405, oral presentation
(2) Knauf WU et al. J Clin Oncol 2009; 27(26): 4378-4384
(3) Fischer K et al. Blood 2008; 112(11): ASH Annual Meeting Abstract #330, oral presentation
(4) Fischer K et al. Blood 2009; 114(22): ASH Annual Meeting Abstract #205

Quelle: Symposium der Mundipharma International Limited anlässlich des 15. Jahreskongresses der European Hematology Association (EHA) vom 10. bis 13. Juni 2010 in Barcelona/Spanien

 

 

 

 

 
Quelle: www.journalonko.de

 

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