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Donnerstag 23 Feb 2012
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Cabazitaxel schließt therapeutische Lücke nach Docetaxel-First-line-Therapie PDF Drucken E-Mail

Sind Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mKRPC) nach bzw. unter First-line-Behandlung mit Docetaxel progredient, wird mit dem Taxan Cabazitaxel in Kombination mit Prednison zukünftig erstmals eine Zweitlinientherapie zur Verfügung stehen, für die ein Überlebensvorteil nachgewiesen ist. Erst kürzlich wurde Cabazitaxel in den USA in einem beschleunigten Zulassungsprüfverfahren (fast track) innerhalb von nur elf Wochen für die Zweitlinientherapie nach Docetaxel zugelassen. Die Zulassung von Cabazitaxel wird eine wichtige therapeutische Lücke schließen, erläuterte Dr. med. Götz Geiges, Berlin. Auch in Europa ist der Zulassungsantrag für Cabazitaxel gestellt. In den Therapieempfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) wird die Substanz bereits als Zweitlinientherapie nach Docetaxel-Vorbehandlung mit Evidenzlevel A empfohlen.

Mit der US-Zulassung ist die Kombination Cabazitaxel (Jevtana®) plus Prednison dort die erste und derzeit einzige zugelassene Zweitlinientherapie für Patienten mit mKRPC nach Docetaxel-haltiger Erstlinientherapie, betonte Geiges. Die in dieser Situation häufig eingesetzte Kombination Mitoxantron/Prednison (MP) ist nur zur Schmerzlinderung bei mKRPC Patienten zugelassen, die auf Analgetika nicht mehr ansprechen und bei denen einen Strahlentherapie nicht indiziert ist. Das MP-Regime hat in klinischen Studien keinen Überlebensvorteil gegenüber einer rein symptomatischen Behandlung erreicht, während Cabazitaxel/Prednison in der TROPIC-Studie gegenüber dem MP-Regime einen signifikanten Überlebensvorteil erzielte. In dieser randomisierten Phase III Studie bei 755 mit Docetaxel-vorbehandelten mKRPC-Patienten reduzierte Cabazitaxel/Prednison das relative Sterberisiko statistisch signifikant um 30% (HR 0,70; p<0,0001) gegenüber dem MP-Regime. Die mittlere Gesamtüberlebenszeit betrug im Cabazitaxel-Arm 15,1 Monate versus 12,7 Monate im MP-Arm. Der mittlere Überlebensvorteil bestätigte sich in allen untersuchten Subgruppen unabhängig vom Alter und Allgemeinzustand der Patienten sowie der Vorbehandlung.

Cabazitaxel durchbricht Taxan-Resistenz

Cabazitaxel ist ein Taxan der sog. zweiten Generation und wie Docetaxel ein Mikrotubuli-Stabilisator. Dass Cabazitaxel in Docetaxel-vorbehandelten bzw. –resistenten Tumorzellen der Prostata erneut ein Ansprechen und für die Patienten einen signifikanten Überlebensvorteil erreicht, basiert laut Geiges möglicherweise darauf, dass Cabazitaxel ein schlechtes Substrat für die sog. PgP-Effluxpumpe (=MDR1-Gen kodierter Transporter) ist. Letztere gilt als Hauptursache für eine Resistenzentwicklung gegen Docetaxel, da sie die bisher verfügbaren Taxane wieder aus der Tumorzelle herausschleust. Cabazitaxel scheint dagegen in der Zelle zu verbleiben, und kann so auch noch in Tumorzellen wirken, die auf Docetaxel nicht mehr adäquat ansprechen.
Der statistisch signifikante mittlere Überlebensvorteil, den Cabazitaxel in der TROPIC-Studie erreichte, wurde nicht durch unvorhersehbare Nebenwirkungen erkauft. Im Vordergrund standen – wie von den Taxanen bekannt - hämatologische Nebenwirkungen, die aber in den Händen des erfahrenen onkologisch tätigen Arztes zuverlässig zu handhaben sind, wie Geiges betonte. Schwere (Grad 3-4) nicht-hämatologische Nebenwirkungen waren: Durchfall 6,2%, Übelkeit 1,9% und Erbrechen 1,9%.

Quelle: sanofi-aventis-Fachpresseworkshop: "1. Expertise Prostata" am 27. Juli 2010 im Kloster Eberbach in Eltville am Rhein

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.journalonko.de

 

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Bild: Kölsche Verzäll

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